Ist Donald Trump ein guter Präsident?

https://juedischerundschau.de/article.2020-12.wie-die-democrats-mit-dem-ku-klux-klan-kooperierten-und-die-republikaner-die-sklaverei-abschafften.html#.X800-HmNiCY.link

Schon bei dieser Frage bekommen Menschen Schnappatmung.

Die Berichterstattung über den 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerikasuggeriert, inAmerika herrsche ein Faschist und Killer der Demokratie. Der SPIEGEL titelte 2017 mit einer abscheulichen Karikatur: Donald Trump, mit aufgerissenem Mund, als gäbe er einen Schlachtruf von sich, sonst gesichtslos. In der linken Hand hält er ein blutiges Schlachtermesser triumphierend in die Höhe. In der rechten Hand präsentiert er den bluttriefenden Kopf der Freiheitsstatue.

Gerd Buurmann rückt in seinem Vortrag unter ebendiesem Titel „Ist Trump ein guter Präsident?“ Fake-News mit Leichtigkeit und schauspielerischem Talent wieder gerade, erzählt von der langen antifaschistischen Geschichte der Republikanerunddass es eben nicht die Demokraten warendie gegen die Sklaverei und für das Frauenwahlrecht kämpften. Es waren die Republikaner, die die Sklaverei abschafften und sich dem Glauben an die Freiheit und Gleichberechtigung des Individuums verschrieben hatten. Sämtliche Gesetze zur Rassentrennung wurden von Demokraten eingeführt und von Republikanern abgeschafft. Wir erleben eine Umerzählung der Geschichte, wenn die Demokraten bezüglich der Sklaverei sagen, „wir müssen zu den Fehlern dieses Landes stehen“. Das ist glatte Irreführung.„Ihr müsst zu euren Fehlern stehen“, sagt Buurmann über die Demokraten.

Donald Trumps beste Eigenschaft ist, dass er kein Politiker ist, was man daran erkannt, dass er den typischen Politiker-Sprechduktus nicht beherrscht. Im Gegensatz zu Biden hat Trump 47 Jahre ein Leben als Geschäftsmann und Entertainer außerhalb der Politik gelebt. Er hat einen echten Beruf und er hat Humor.

Den Umgang mit Donald Trump in den deutschen Medien hingegen nennt Buurmann die größte Verschwörungsgeschichte unserer Zeit seit den „Protokollen der Weisen von Zion“. ARD und ZDF kolportierten diese Verschwörungstheorien und seien mit dieser irrwitzigen Berichterstattung gebührenfinanzierte Attila Hildmanns. Wir leben in einem Land, wo Fernsehsender uns „mit der Knarre am Kopf“ – wie der Referent es drastisch formuliert – zwingen, dieses Produkt auch noch zu kaufen.

Wie der Joker aus Batman, performt Buurmann, schleiche Trump wohl nachts durch die Straßen der USA, um in „böser Absicht Briefkästen abzumontieren, damit die Menschen nicht wählen können“. Deutsche Medien konstruierten daraus einen ominösen „Wahlbetrug“.

An Donald Trump zeigt sich, wie aus Lügen Wahrheiten werden, wenn man sie nur oft genug wiederholt. Auf der Suche nach einem neuen Sündenbock fanden ihn auch die Deutschen nur zu gerne im aktuellen US-Präsidenten.

Man unterstellt ihm also, den Faschismus in Amerika einzuführen, mit der amerikanischen Post auf seiner Seite! Oder dass Trump an einem sinistren Plan arbeite, dass am Ende die USA noch schlimmer werden als das Dritte Reich! In der ganzen Geschichte Deutschlands wurde Adolf Hitler nie so gehasst wie Donald Trump heute, so Buurmann. Selten seiensich Deutsche derart einig darin gewesen, dass eine Person so gar nicht geht. Würde Dieter Bohlen heute Bundeskanzler, könnte man davon ausgehen, dass sich vermutlich auch in seiner Vita rassistische Bemerkungen finden. Die meisten Menschen tätigen, bewusst oder unbewusst, rassistische oder sexistische Äußerungen. Aber wäre Dieter Bohlen jemals Bundeskanzler, käme sicher niemand auf die Idee zu behaupten, er sei schlimmer als Hitler. Trump wolle man hassen, weil er böse sein muss.

Buurmann erzählt, dass der US-Präsidentschaftskandidat der Demokraten, Joe Biden, vor zehn Jahren eine Trauerrede für den verstorbenen demokratischen Senator Robert C. Byrd gehalten hat, der einst Mitglied im Ku-Klux-Klan war. Biden nannte den Senator einen Mentor und seinen „Leader“. Und nicht nur Biden, auch andere prominente Demokratenwürdigten den Verblichenen. Für Hillary Clinton etwa war Byrd ein Freund und Mentor. Auch Obama hielt eine Lobrede auf seinen Freund und Förderer Byrd.

Zur Klan-Vergangenheit Byrds sagte Bill Clinton: „He was a country boy from West-Virginia, he wanted to get elected, maybe he did something, he shouldn’t have done, and he spent the rest of his life making it up, and that’s what a good person does. There are no perfect people. There are certainly no perfect politicians.“ Bei der Verniedlichung der Dinge, die Byrd besser nicht getan hätte, wirken die Demokraten wie eine eingeschworene Gemeinschaft, die sich selbst alleUntaten verzeiht. Bill Clinton degradierte Afroamerikaner zu Schutzbedürftigen, indem er über sie als „left down“ und „left out“ sprach. Die Klan-Vergangenheit seines Mentors Byrd entschuldigte er als Karrieresprungbrett. Barack Obama nannte ihn eine Ikone und sagte, dass jeder etwas in seiner Vergangenheit bereue; Byrd habe es geholfen, noch perfekter(„more perfect“) zu werden.

Die Verbrennung des „Nubbel“ ist im Kölner Karneval ein Höhepunkt, bei der eine Strohpuppe – eben der „Nubbel“ – für alle Verfehlungen in der Karnevalszeit damit büßen muss, dass sie verbrannt wird. Donald Trump ist laut Buurmann der „Nubbel“ der Demokraten, der Sündenbock für die eigenen Sünden. Er dient den Demokraten als Projektionsfläche fürihre rassistische Vergangenheit, mit der sie sich somit selber nicht auseinanderzusetzen brauchen. Sie lieben es, diesen Trump brennen zu sehen, der für ihre eigenen Verfehlungen büßt und für ihre Unfähigkeit und ihren Unwillen, sich der dunklen Seite ihrer Geschichte zu stellen, an die sie sich am liebsten nicht mehr erinnern möchten. Also wird an der Figur des „Faschisten“ Donald Trump gearbeitet. Er muss nun der böse Mensch sein, zu dem sie ihn gemacht haben.

 Die Tatsache, dass Trump keine Kriege begonnen, stattdessen Friedensverträge zwischen Israel, den Vereinigten Arabischen Emiraten und anderen arabischen Ländern ermöglicht, wird negativ ausgelegt. Kriege der Demokraten werden im Nachhinein mühsam positiv hingebogen.

Die Bewegung „Black Lives Matter“, obwohl sie brandschatzend, Geschäfte von Schwarzen zertrümmernd, plündernd, ja mordend in den Städten marodiert, wird von Linken und Demokraten verharmlost. Buurmann nennt BLM eine Terrororganisation. Die geballte Faust, das Erkennungszeichen von BLM, und die Gewaltbereitschaft dieser Bewegung erinnern an Faschisten und ihre Sturmtruppen.

Candace Owens gründete die Blexit-Bewegung und fordert den Auszug der Schwarzen aus der Partei der Demokraten, die das eigentliche Problem des afroamerikanischen Amerika seien. Owens möchte sie „von den Plantagen der Demokraten holen“, die sie für die wahren Rassisten hält.

In ihrem Buch „Blackout: How Black America Can Make Its Second Escape from the Democrat Plantation“ schildert siedie lange, von Rassismus geprägte Geschichte der Demokraten und offenbart die wirklichen Gründe, warum die Black Community es nicht schafft, sich aus der Armutsfalle zu befreien, ein unabhängiges Leben zu führen und am American Dream zu partizipieren. Es ist eine veritable Anklageschrift gegen die Demokraten, die laut Owens die Afroamerikaner mit voller Absicht abhängig vom linken Wohlfahrtsstaat machen. Linke staatliche Hilfe der Demokraten bedeutet in der Praxis, dass überproportional viele schwarze Babys abgetrieben werden, Schwarze in Abhängigkeit gehalten werden undin einem generationenübergreifenden Opferstatus gefangen sind.

Candace Owens fordert einen „Black Exodus“ heraus aus der Opfermentalität und räumt mit dem Mythos auf, dass Schwarze ausschließlich Demokraten wählen müssten. Der Knechtschaft der Demokraten zu entkommen heißt für Owens, die Republikaner zu wählen. Sie erzählt vor wütenden liberalen Studierenden, dass vorwiegend schwarze Kinder in dysfunktionalen Familienkonstellationen aufwachsen, deutlich mehr schwarze Frauen alleinerziehende Mütter sind und 70 Prozent der Kinder aus den Black Communities ohne Vater aufwachsen. Das sei der Grund für die prekäre Lage, für Unterprivilegiertheit und für die Gewaltspirale, in der sich schwarze Amerikaner befinden – nicht die Hautfarbe und nicht der Rassismus. Die wahren Rassisten seien daher die Linken und Demokraten. Es sind nur die konservativen Werte und Ideale und Präsident Trump, die den Afroamerikanern dazu verhelfen, am American Dream teilzuhaben.

Die Demokraten wollen den starken Staat, den „Nanny-Staat“, so Buurmann. Er führt aus, dass laut Owens die Black Community absichtlich mit der ständigen „Rassismusgefahr“ von den Demokraten in Angst gehalten wird, weil man sie dann besser regieren kann. Schwarze Familien werden in staatliche Anhängigkeit gebracht, anstatt sie stark und selbstbewusst genug zu machen, um für sich selbst sorgen zu können. Stattdessen hat man die schwarzen Mütter mit der „weißen Regierung verheiratet“, mit dem Wohlfahrtsstaat. Zur Zeit der Sklaverei, während des schlimmsten Rassismus, wuchsen jedenfalls weitaus weniger schwarze Kinder in einem zerrütteten Elternhaus auf.

Buurmann erzählt von skurrilen Erlebnissen in den 1980ern, als Freunde ihm ihre Homosexualität hinter vorgehaltener Hand offenbarten, aus Furcht, den Job zu verlieren. Heute trauen sich Menschen nicht, laut zu sagen, dass sie Donald Trump eigentlich ganz gut finden, ebenfalls aus Furcht, ihren Job zu verlieren.

Der grandiose Vortrag schloss mit einem Zitat von Trump: Er vertraue seinem Klempner mehr als einem Universitätsprofessor, der ihm weismachen wolle, dass die amerikanische Geschichte eine Geschichte der Unterdrückung sei. Für Buurmann ist Donald Trump ein guter Präsident. Er hofft am 3. November auf „four more years“ und auf ein baldiges Ende der grassierenden Humorlosigkeit in den amerikanischen Medien. Candace Owens sieht er als zukünftigePräsidentin der Vereinigten Staaten. Sie stehe für eine existierende schwarze Erfolgsgeschichte zahlreicher Afroamerikaner, die bislang an Universitäten nicht gelehrt wird und die daher auch kaum jemand kennt. Es ist für die Linken viel leichter, diese schwarze Erfolgsgeschichte totzuschweigen und Afroamerikaner als bemitleidenswerte Geschöpfe in ewiger Abhängigkeit von weißen Demokraten zu halten. Das ist Rassismus pur. Für Donald Trump dagegen steht fest: Egal wie du aussiehst, woher du kommst und welche Religion oder Hautfarbe du hast, vor allem bist du Amerikaner.

Buurmann hält den versuchten Einfluss der Europäischen Union auf die Vereinigten Staaten für die schlimmste Gefahr. Seitdem erlebt er das Sterben der Debattenkultur. Jede Meinung, und mag sie noch so hart sein, muss erlaubt sein. Nach der Wahl von Barack Obama befürchtete er tatsächlich Ausschreitungen weißer Rassisten, die die Straßen in Schutt und Asche legen würden wegen der Wahl eines schwarzen Präsidenten. Doch das blieb völlig aus. Dass nun aber die Gegner von Trump und die Befürworter Bidens und Obamas die Faschisten sein werden, damit hätte Buurmann nie gerechnet. Von der Linken erwartet er, dass sie es fertigbringt, mit der anderen Seite zu diskutieren, selbst wenn sie diese für faschistisch hält. Es gibt außerdem kaum einen rassistischeren Satz als den von Joe Biden, der über eine schwarzePerson sagte: Wenn sie ihn nicht wähle, sei sie eben nicht schwarz. Das ist der wahre Rassismus.

Donald Trump war sich übrigens nicht zu schade für einen Auftritt in der US-amerikanischen Sitcom „Prinz von Bel-Air“. In einem Kurzauftritt spielt er sich selbst und schneit in das Haus der Hauptdarsteller, mit einem Geldkoffer in der Hand, um ihr Haus zu kaufen. Als sich herausstellt, dass es einen Zahlendreher in der Adresse gab, bemerkt er trocken: „Everybody is blaming me for everything.“ Realsatire!

Gerd Buurmann beschreibt sich selbst als Theatermenschen und Stand-upComedian und ist Publizist. Seine Rezitationen von Heinrich Heines Gedichten sind großartig, er ist ein wunderbarer Schauspieler und Entertainer.Seinaufklärerischeraugenöffnender und äußerst unterhaltsamer Vortrag über Trumpfand am 23. Oktober 2020 in Friesenheim im Rahmen einer Veranstaltung des Deutsch-Israelischen Arbeitskreises statt und ist noch auf YouTube zu sehen.